Stärker werden

Betsys Geschichte


Eine Frau schaut lächelnd nach oben, ihre Hand berührt eine Wand.

Ich wuchs in der Kirche auf, das Evangelium war also immer Teil meines Lebens gewesen. Man könnte sagen, dass ich eine Sexsucht hatte, obwohl ich es, während ich davon betroffen war, nie so sah.

Als ich in der Highschool war, zog meine Familie um, aber mein Vater kam nicht mit. Diese Trennung war für meinen kleinen Bruder und mich sehr schwer, und am Ende meines letzten Schuljahrs geriet ich in Schwierigkeiten. Ich hatte einen Freund nach dem anderen, aber unsere Beziehungen waren immer rein körperlich und hielten nie lange an. Nie entwickelte ich eine tiefe Beziehung. Mit jeder Beziehung wurde es schlimmer, aber ich redete mein Verhalten immer schön.

Ich ging nicht mehr in die Kirche und war unglücklich. Es gab Zeiten, in denen ich mich zu ändern versuchte. Ich sprach mit meinem Bischof, der mir guten Rat gab, aber dann machte ich wieder einen Fehltritt und fühlte mich so schuldig, dass ich nicht mehr in die Kirche ging. Mit 21 Jahren nahm ich meinen alten Lebensstil und meine Sucht wieder vollständig auf. Ich war niedergeschlagen und frustriert und fühlte mich zu schuldig, um mit irgendjemand darüber zu reden.

Da ich mir mehr vom Leben wünschte, betete ich inbrünstig um Mut, wieder mit meinem Bischof zu sprechen. Bei dem Gespräch war er so liebevoll und schien wirklich nur helfen und nicht bestrafen zu wollen. Das bedeutete mir sehr viel. Durch ihn lernte ich, was christliche Liebe ist. Er schlug vor, dass ich mit einer Therapeutin vom Familiendienst der Kirche sprechen solle, und gab mir einen Segen.

Schon bald hatte ich einen Termin bei der Therapeutin. Sie hatte vor allem ein offenes Ohr für mich. Sie gab mir die Gelegenheit, mich auszuweinen, und bestätigte mir, dass ich nicht verrückt sei. Mir wurde bewusst, dass ich mir eine Tempelehe mit jemandem wünschte, der mich so liebt, wie ich bin, und nicht nur meinen Körper. Das gab mir Mut, wieder in die Kirche zu gehen. Ich wurde stärker.

Nachdem ich erkannt hatte, was ich wollte und was am wichtigsten war, unternahm ich die nötigen Schritte, um es zu erreichen. Es erforderte viel Zeit, aber ich spürte die Liebe meines Erlösers, als ich diese Veränderungen vornahm. Ich fühlte, dass mir vergeben worden war und dass ich geliebt wurde, und ich hatte gelernt, wie das Sühnopfer in meinem Leben wirksam werden konnte. Es wurde zu etwas sehr Realistischem und Persönlichen. Bald lernte ich einen zurückgekehrten Missionar kennen, und wir fingen an, miteinander auszugehen. Zuerst bewegten wir uns auf demselben Weg abwärts, den ich von früheren Beziehungen gewöhnt war. Wir wollten aber alles richtig machen und hielten deshalb mit unserem Bischof Rat. Er half uns, eine gesunde Beziehung zu entwickeln, und so verwandelte sich unsere Schwäche in eine Stärke. Nachdem wir acht Monate befreundet gewesen waren, wurden wir im Tempel für Zeit und alle Ewigkeit gesiegelt.

Jetzt bin ich in der Kirche aktiv und mit einem wunderbaren und treuen Mann verheiratet. Wir haben zwei prima Jungen. Ich habe einige Berufungen gehabt und konnte in den Kirche dienen. Ich habe nicht mehr das Gefühl, etwas verbergen zu müssen oder immerfort von Schuldgefühlen belastet zu sein. Mein Leben ist nicht vollkommen aber voller Freude. Ich kann jetzt glücklich sein und jeden Tag Fortschritt machen.