Kommt zu mir

Skylers Geschichte


Christus unterhält sich mit einem Teenager; sie sitzen auf einer Bank.

In all meinen Teenagerjahren hatte ich eine Sucht nach Pornografie. Als ich versuchte, mein Problem zu überwinden, verschoben sich meine Süchte nur zum Gebrauch von Suchtmitteln, wie rezeptpflichtige Schmerzmittel, Ecstasy und Marihuana. Ich probierte alles aus, was ich in die Finger bekam, und hoffte, meinen Schmerz und meine Schuldgefühle damit dämpfen zu können.

Als ich 19 war, schien alles in meinem Leben bergab zu gehen. Ich studierte an der Uni und wohnte zuhause, hatte aber das Gefühl, dass meine Eltern und mein Vater im Himmel mich wegen all dessen, was ich getan hatte und weiterhin tat, nicht mehr liebten. Meine Eltern und Freunde konnten mir nicht vertrauen, ich bestand meine Klausuren nicht und wandte mich immer mehr meinen Süchten zu, auf der Suche nach Zuflucht, ohne sie zu finden. Ich ließ zu, dass der Widersacher mich so weit auf dem falschen Weg abwärts führte, dass ich nicht glaubte, ich könne jemals zu dem Guten zurückkehren, das ich einst gekannt hatte. Ich war tief in meiner Sucht gefangen und hatte das Gefühl, eine verdammte Seele zu sein. Ich glaubte, dass es für mich keine Hoffnung mehr gab.

Ich tat alles, was ich konnte, um die Wahrheit vor meiner Familie zu verbergen. Selbst als mein Vater mich direkt auf alles ansprach, log ich und sagte ihm, es sei alles in Ordnung. Für meine Eltern war ich wie ein offenes Buch, und ich war innerlich zerrissen. Ich dachte, es sei für alle leichter, wenn ich mein Leben einfach beendete. Ich wusste, dass dies die grausame Antwort des Widersachers auf alles war, wollte aber dennoch aufgeben.

Unter Tränen ging ich in mein Zimmer und sagte meinem Vater, ich wolle später mit ihm spazieren fahren. Ich hatte die Absicht, ihm alles zu erzählen, damit er mich hinauswerfen und sagen würde, dass ich nicht länger sein Sohn sei. Ich dachte, dass Gott mich längst aufgegeben hatte, warum nicht auch mein Vater?

An jenem Abend war es sehr dunkel. Während mein Vater fuhr, erzählte ich ihm alles und wartete auf seine Antwort. Schweigend starrte ich auf das Armaturenbrett, während die Tränen flossen. Ich machte mich auf das Unvermeidliche gefasst. Stattdessen hielt er den Pick-up an, sprach ein Gebet, und dann redeten wir. Zum ersten Mal seit Jahren spürte ich einen winzigen Funken Hoffnung. Wenn mein Vater mir helfen wollte, hatte Gott mich vielleicht auch noch nicht aufgegeben. Später sagte mein Vater über diesen Abend:

„Ich kann mich an den Abend erinnern, als Skyler mich um eine Spazierfahrt bat. Der Geist drängte mich, einfach nur zuzuhören. Als Skyler mir sein Herz ausschüttete, fühlte ich, wie die Macht des Sühnopfers stärker in unsere Beziehung trat als je zuvor. Ich war nicht ärgerlich und hatte kein Bedürfnis, ihn zu verurteilen – ich empfand einfach nur Liebe für meinen Sohn. Ich war stolz auf ihn und seine Bereitwilligkeit, im Moment der Verzweiflung zu mir zu kommen.“

In den nächsten eineinhalb Jahren traf ich mich jede Woche mit meinem Bischof. Ich begann den Prozess der Umkehr, indem ich meine Süchte bekannte und dann die nötige Hilfe erhielt, um sie hinter mir zu lassen. Als ich gehorsam war, erhielt ich durch die Macht des Evangeliums die Kraft, die ich dafür brauchte. Es war ein herrlicher Heilungsprozess, denn Gott demütigte mich so weit, dass ich wieder Glauben an ihn und an die erlösende Macht seines Sohnes erlangen konnte.

Als ich mich entschied, würdig zu leben, fing ich schon bald an, die Freude zu erfahren, die man empfindet, wenn man den Geist in reichem Maß bei sich hat. Ich weiß, dass ich die Macht des Erlösers erlebte, weil ich suchte, anklopfte und darum bat. Seine Gnade und Barmherzigkeit erfüllten mich. Ich sah meine Schwächen als Probleme, die gelöst werden konnten, und erkannte, dass ich Weisheit erlangen konnte.

Diese Erfahrungen sind nun zu einer tiefen Quelle geworden, der mein Zeugnis als Vollzeitmissionar entstammt. Ich bin so dankbar für die Prüfungen, die Gott uns durchmachen lässt, und für die Kraft, die wir durch Gehorsam erlangen. Ich habe wertvolle Lektionen über Selbstbeherrschung und Demut gelernt und halte mich als Missionar und Nachfolger Christi daran. Ich bin so froh über die Gelegenheit, jeden Tag mit anderen über die Lehre Christi und sein Sühnopfer zu sprechen. Der Erlöser hat gesagt: „Wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder.“ (Lukas 22:32.)

Ich weiß, dass ich mein jetziges Leben ohne die Prüfungen, die ich durchgemacht habe, nicht führen könnte. Aber ich habe mich dafür entschieden, sein Diener zu sein. Ich möchte mein Bestes tun, damit ich immer würdig bin, seinen Geist bei mir zu haben. Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Er ist mit offenen Armen auf mich zugekommen, als ich mich gedemütigt habe und zu ihm gekommen bin.