Ich wurde verschont

*Williams Geschichte


Ein Mann schaut in die Ferne.

Ich stamme von guten Eltern, die mir in der Kirche ein gutes Beispiel waren. Dank ihres Zeugnisses blieb ich im Evangelium treu, bis ich etwa 15 Jahre alt war. Als ich mit Freunden, die nicht meinem Glauben angehörten, in fragwürdige Aktivitäten verwickelt wurde, kam ich allmählich vom Weg ab. Ich fing an zu rauchen, Alkohol zu trinken, Drogen zu nehmen und unsittlichem sexuellen Verhalten nachzugehen. Was für ein großartiges Leben, dachte ich. Es war ganz anders als das Leben, das ich vorher kannte, und ich fand es aufregend. Was mir aber anfangs wie harmloser Spaß vorkam, führte schnell zu ernsthaften Problemen. In den 22 Jahren, die darauf folgten, prägten meine Süchte mein Leben.

Durch meinen Lebensstil gelangte ich in viele gefährliche Situationen. Ich kam wegen Sexualstraftaten und im Zusammenhang mit Drogen ins Gefängnis und ging zwei Ehen ein, die wieder geschieden wurden.

Als ich 35 Jahre alt war, machte ich eine besonders harte Zeit durch. Eines Tages war ich äußerst depressiv und versuchte, mir das Leben zu nehmen. Ich hätte sterben sollen, aber Gott hat mich in seiner Liebe und Barmherzigkeit gerettet. Ein Freund, den ich zuvor versucht hatte anzurufen, erschien plötzlich an meiner Haustür. Er hatte keine Ahnung von meiner Situation, aber er war da, um mir zu helfen. Er fuhr mich sofort zum Krankenhaus und blieb bei mir, bis mein Zustand nicht mehr gefährlich war. Es war ein Wunder.

Während ich im Krankenhaus war, erzählte man mir von den Anonymen Alkoholikern und den Narcotics Anonymous, einer Organisation für genesende Drogenabhängige. Ich lernte langsam, wieder an die Existenz des höchsten Wesens zu glauben, auf das in diesen Programmen Bezug genommen wird. Dieser Gedanke entwickelte sich zu einem Zeugnis des Gottes, über den mich meine Eltern in meiner Jugend belehrt hatten – eines liebevollen himmlischen Vaters, dem etwas an mir lag.

Ich fing an, wieder zur Kirche zu gehen, was mir zunächst sehr schwer fiel. Ich kannte niemanden und hatte das Gefühl, dass ich dafür verurteilt wurde, dass ich der niederträchtige Mensch war, für den ich mich hielt. Ich wollte aber Vergebung erlangen für das, was ich getan hatte, und ich wollte lernen, wie ich mir selbst vergeben konnte. Im Lauf der Zeit testete ich weiterhin meinen Glauben und fand die Freude, an der ich einmal in meinen jüngeren Jahren teilhaftig geworden war. Ich erhielt Kraft durch das Sühnopfer Christi und konnte mein Zeugnis erneut entwickeln, sodass es zu der Festung wurde, die es heute ist.

Jetzt, nach vielen Jahren eines langen und herausfordernden Kampfes, bin ich von all meinen Süchten frei. Ich bin jetzt Träger des Melchisedekischen Priestertums und arbeite jede Woche im Tempel. Ich genieße das Leben mit meinen wunderbaren Kindern und Enkelkindern. Ich bin dem Herrn dankbar für alles, was er für mich getan hat, denn ohne ihn wäre ich nicht hier, um mein jetziges Leben zu genießen.

* Name geändert.