Genesung ist möglich

Jasons Geschichte


Der verlorene Sohn in den Armen seines Vaters.

Meine Sucht nach Pornografie fing schon an, als ich sehr jung war, nämlich ungefähr 11 Jahre. Es begann damit, dass ein Familienmitglied mir etwas zeigte, und zwar jedes Mal, wenn ich bei ihm war.

Ich gab meiner Sucht viele Jahre lang nach – während der Schulzeit, meiner ersten Ehe, der Scheidung und während der zweiten Ehe. Als ich zum zweiten Mal geschieden wurde, hatte ich das Gefühl, als wäre mir nichts mehr geblieben. Ich wusste nicht wohin, und mein Leben hatte keinen Sinn. Ich hatte das Gefühl, diese Abhängigkeit würde niemals aufhören. Viele Male hatte ich allein versucht, damit aufzuhören, manchmal mit Erfolg, aber ich fiel immer wieder in den dunklen Abgrund zurück.

Aufgrund der Entscheidungen, die ich wegen meiner Sucht getroffen hatte, bekam ich schließlich Gemeinschaftsentzug. Es war schwer, das zuzugeben, was ich getan hatte. Ich fühlte mich leer. Aber mein Zweigpräsident war sehr gut im Einklang mit dem Geist. Er gab mir die Anleitung zur Genesung und Heilung von Suchtkranken und schlug eindringlich vor, dass ich an diesen Treffen teilnahm. Es fiel mir schwer, das erste Treffen zu besuchen. Ich fühlte mich allein und hatte Angst. Ich fuhr ein paar Mal am Ort des Treffens vorbei, bevor ich mich entschloss, hineinzugehen.

Als ich schließlich an dem Treffen teilnahm, verspürte ich zum ersten Mal seit langer Zeit den Heiligen Geist. Ich erkannte, dass ich mich so allein gefühlt hatte, weil ich die Wärme des Heiligen Geistes schon so lange nicht mehr erfahren hatte. Ich beschloss, dass ich meinen Erlöser wieder in meinem Leben haben wollte. Ich wusste, das würde eine schwierige und harte Reise werden, aber ich wollte sie antreten, weil ich im ersten Treffen diese Liebe verspürt hatte. Ich erkannte, dass ich keine Angst zu haben brauchte, zu den Treffen zu gehen, sondern dass ich mir lieber darüber Sorgen machen müsste, welche Segnungen und Möglichkeiten mir verloren gehen würden, wenn ich nicht hinginge. In den Treffen verspürte ich Liebe und Akzeptanz von denen, die das Gleiche durchmachten, und ich stützte mich auf ihre Kraft.

Das, was dann folgte und was ich seither erfahren habe, ist so erstaunlich, dass es schwer ist, es in Worte zu fassen. Andere Leute hatten mir gesagt, dass ich immer abhängig bleiben und niemals genesen würde. Ich fühlte jedoch die reinigende Macht des Sühnopfers, und ich wusste, ich würde in der Lage sein, meine Sucht zu überwinden.

Meine Abhängigkeit hatte mich zurückgehalten, weil ich mich selbst schlecht fühlte, aber heute bin ich ein würdiges Mitglied der Kirche. Meine berufliche Laufbahn hat eine Richtung genommen, von der ich immer geträumt hatte, und ich bin wieder verheiratet und habe nun eine hübsche kleine Tochter.

Der Friede, den ich in meinem Leben verspüre, geht mit Dankbarkeit einher. Es stimmt mich demütig, zu wissen, welches Opfer mein Erlöser vollbracht hat. Ich hatte in Sonntagsschulklassen bereits über das Sühnopfer gelehrt, aber es wirklich zu leben und seine Grundsätze anzuwenden, brachte mir Frieden für die Zukunft. Während des Umkehrprozesses verspürte ich sehr viel Liebe und Mitgefühl.

Ich besuche die Treffen des Genesungsprogramms für Suchtkranke weiterhin, wenn es meine Zeit erlaubt, sodass ich dort den Heiligen Geist verspüren kann. Das Genesungsprogramm für Suchtkranke gab mir die Hilfen, die ich brauchte, um meine Sucht zu überwinden und mich weiterhin frei davon zu halten. Genesung ist möglich.