Der Herr schickt seine Diener

Roberts Geschichte


Zwei Männer stehen da und sehen lächelnd eine Haustür an.

Meine Sucht nach Marihuana, Kokain, Alkohol und Pornografie begann, als ich noch sehr jung war. Ich heiratete mit 18 Jahren und fing bald danach an, härtere Drogen zu nehmen. Das war unserer Beziehung nicht zuträglich, und aufgrund unserer gegenseitigen Untreue und meiner Süchte ließen wir uns schon bald scheiden. Bis ich 30 wurde, hatte ich bereits eine andere Frau geheiratet, wurde aus den gleichen Gründen geschieden und hatte dann ein drittes Mal geheiratet.

Ich fing an, das Gesetz auf andere Weise zu brechen, dachte aber zu der Zeit nicht, dass das, was ich tat, so schlecht war. Um zu beweisen, dass meine Taten nicht so schrecklich waren, wie andere meinten, ging ich zu einem Sheriff und erzählte ihm alles, was ich getan hatte. Ich wurde prompt verhaftet und zu mehreren Jahren Gefängnisstrafe verurteilt.

Während dieser Zeit erfuhr ich von dem Genesungsprogramm für Suchtkranke. Ich arbeitete die Grundsätze des Programms so gut durch, dass ich frühzeitig auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen wurde. Obwohl ich seit 25 Jahren zum ersten Mal drogenfrei war, hatte ich das Gefühl, dass ich nie über meine Schande hinwegkommen würde. Meine Frau wollte, dass ich zu unserer alten Lebensweise zurückkehre, aber ich wusste, dass ich dann entweder mein Leben verlieren oder den Rest meines Lebens im Gefängnis verbringen würde. Meine Frau ließ sich später von mir scheiden, weil ich mich von unserem durch Süchte geprägten Lebensstil abgewandt hatte.

Ich hatte einen Heimlehrer, der mich vor meiner Verhaftung regelmäßig besuchte. Meistens versuchte ich seinen Besuchen auszuweichen, aber ein paar Mal erwischte er mich. Er blieb mir ein treuer Heimlehrer. Er und zwei andere Brüder aus dem Ältestenkollegium waren die einzigen Leute, die mich im Gefängnis besuchten. Aber nachdem ich aus dem Gefängnis entlassen wurde, schämte ich mich zu sehr, um mit irgendjemandem von der Kirche zu sprechen.

Eines Tages hinterließ mein Heimlehrer eine Kopie einer Konferenzansprache von Präsident Thomas S. Monson. Es war nicht das erste Mal, dass er etwas an meine Tür geheftet hatte, aber zum ersten Mal, hatte er eine Notiz darunter geschrieben, und zwar: „Rob, wir vermissen deine Kommentare in der Priestertumsversammlung.“ Dieser Satz ging mir die ganze Nacht nicht aus dem Kopf. Als ich am nächsten Morgen zur Arbeit fuhr, sprach ich seit Jahren mein erstes aufrichtiges Gebet.

Sobald ich zu beten begann, hatte ich das Gefühl, als ob Gott mich in die Arme nehmen würde. Mein ganzer Körper war in Wärme eingehüllt. Ich hatte mich noch nie so angenommen gefühlt. Ich hielt das Auto an und begann zu weinen.

Bald nach diesem Erlebnis setzte ich mich mit meinem Bischof in Verbindung, mit dem ich noch nie gesprochen hatte. Er gab mir einen Segen, damit ich mit dem Rauchen aufhören konnte. Seit diesem Tag habe ich keine Zigarette mehr angerührt. Später wurde ich stolzer Besitzer eines Tempelscheins.

Ein Jahr darauf traf ich eine wunderbare Frau, die die Kirche kennenlernte und sich taufen ließ. Ein Jahr später wurden wir im Tempel aneinander gesiegelt.

Heute bin ich mehr gesegnet als ich es mir je hätte träumen lassen. Ich war wirklich der Geringste der Geringsten, aber jetzt bin ich ein lebendes Zeugnis dafür, dass das Sühnopfer für alle ist. Ich bin jetzt Ältestenkollegiumspräsident in meiner Gemeinde, leite einen Kurs im Rahmen des Genesungsprogramms für Suchtkranke und bemühe mich, anderen so beizustehen, wie der Herr und seine Diener mir geholfen haben.

Ich weiß, dass es wichtig für mich war, meine Sucht zu überwinden und mein Leben vor Gott in Ordnung zu bringen. Dadurch, dass ich Jesus Christus als meinen Erlöser angenommen und das Sühnopfer in meinem Leben wirken lassen habe, kann ich jetzt mit einer Freude und Erfüllung in den Spiegel schauen, die ich nie für möglich gehalten hätte.