Es gibt Hoffnung

Normas Geschichte


Jemand hält einen Ensign und die Anleitung zum Genesungsprogramm für Suchtkranke in der Hand

Ich genese gerade von einer Drogen- und Alkoholsucht. Meine Drogensucht begann infolge eines schrecklichen Unfalls. Mein Mann, meine Tochter und ich prallten frontal mit einem betrunkenen Fahrer zusammen, und ich erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Mein Hals, meine Hüfte, mein Becken und alle Knochen in meinem Gesicht waren gebrochen. Ich war zwei Jahre lang vom Hals abwärts gelähmt, und mein Weg zur Genesung war lang und schwer.

In dieser Zeit erhielt ich viele Segnungen, und ohne meinen Glauben hätte ich das gar nicht überstanden. Ich habe schon immer eine tiefe Liebe für den Herrn und seine Kirche empfunden. Es fiel mir aber auch schwer, nach dem Evangelium zu leben, besonders, was das Wort der Weisheit betrifft. Wenn ich zur Kirche ging, fühlte ich mich sofort schuldig und schämte mich. Ich hatte das Gefühl, ich verdiene es nicht, auch nur dieselbe Luft wie die anderen Mitglieder einzuatmen. Wie konnten sie jemanden lieben, der raucht, trinkt und Drogen nimmt? Ich glaubte an den Herrn, aber ich hielt es nicht für möglich, dass er mich wirklich lieben oder erretten konnte.

Mein Leben wurde immer schlimmer. Ich ließ mich von meinem Mann scheiden, ging von zuhause weg und zog weg. Ich fand einen Arzt, der mir all die Tabletten verschrieb, von denen ich sagte, dass ich sie brauche. Das hörte auf, als er einen Drogentest durchführte und Substanzen fand, die er nicht verschrieben hatte. Er weigerte sich, mich weiterhin zu behandeln, und ich fing an, Gesetze zu brechen, um mir Drogen zu verschaffen. Schließlich wurde ich wegen Drogenhandels verhaftet und zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Ich kann die Schuld- und Schamgefühle, die mich plagten, nicht einmal annähernd beschreiben. Ich hatte alle enttäuscht – meine Familie, mich selbst, und alle, die mich liebten. Ich war körperlich, gefühlsmäßig und geistig krank.

Als ich im Gefängnis war, abonnierte eine Familie, die immer sehr nett zu mir gewesen war, die Zeitschrift Ensign für mich. Ich war überzeugt, dass ich das einzige Mitglied der Kirche war, das sich so weit von der Wahrheit entfernt hatte. Ich dachte, ich sei ganz allein – bis ich eines Tages einen Artikel im Ensign las, in dem es um das Genesungsprogramm für Suchtkranke ging. Ich war verblüfft. Konnte es wirklich wahr sein, dass ich nicht allein war? Ich nahm im Gefängnis bereits an einem Programm für Suchtkranke teil, aber ich wusste, dass ich geistige Hilfe benötigte. Ich schrieb an den Familiendienst der Kirche, und man schickte mir eine Anleitung sowie ein Set der heiligen Schriften. Zum ersten Mal seit drei Jahren hatte ich wieder die Führung und den Trost der Schriften.

Ich machte mich an die Arbeit und bemühte mich um Heilung. Als ich beim fünften Schritt angelangte, las ich, dass ich die Hilfe eines Bischofs oder einer anderen Person mit der richtigen Priestertumsvollmacht brauchen würde. Ich schrieb an eine der Gemeinden in der Stadt, in der ich inhaftiert war. Ich adressierte meinen Brief an „Bischof“. Ich hatte keine Ahnung, wer er war, aber ich teilte ihm mit, wer ich war und dass ich einen Vertreter der Kirche benötigte. Mein Wunder nahm seinen Anfang. Innerhalb weniger Tage kam ein Bischof und füllte die notwendigen Papiere aus, um mich besuchen zu dürfen. Während er auf die Genehmigung wartete, schrieb er mir den herzlichsten Brief, den ich je erhalten hatte. Er versicherte mir, dass ich nicht allein sei und dass der Herr mich sehr liebe. Außerdem teilte er mir mit, dass ich nicht die erste Mormonin sei, die einer Drogensucht verfallen sei.

Wir trafen uns eine Woche später, und er besuchte mich dann jeden Sonntag. Ich fühlte mich sehr gesegnet, weil ich wusste, dass ein Bischof sonntags sehr beschäftigt ist, und er sich dennoch Zeit für mich nahm. Die anderen Frauen waren erstaunt. Sie fragten mich, wie es kam, dass ich so tolle Unterstützung erhielt. Ich erklärte ihnen, dass es daran liege, dass ich Mitglied der Kirche bin und um Hilfe gebeten hatte. Der Bischof sagte mir, ich sei ein gutes Beispiel für diese Frauen und ich hätte keine Ahnung, wie viel Missionsarbeit ich an diesem Ort leiste.

Als ich den fünften Schritt abgeschlossen hatte, bezeugte mein Bischof, dass am Tag des Gerichts, wenn ich dem Herrn gegenüber sitze, all diese Sünden, für die ich um Vergebung bitten würde, von den Seiten meines Buches gelöscht werden würden. Meine Antwort lautete: „Wirklich, Bischof? Das würde er für mich machen?“ Er sah mich mit Tränen in den Augen an und erwiderte: „Norma, der Herr liebt Sie und hat Ihnen vergeben.“ Ich wusste: Das ist die Wahrheit! Mir war wahrhaftig vergeben worden.

Heute weiß ich, dass der Herr mich sehr lieb hat. Meine Inhaftierung war ein Geschenk von ihm; er musste mich vor mir selbst retten. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen, seit ich aus dem Gefängnis entlassen wurde, und ich arbeite immer noch hart an dem Programm. Heute verspüre ich Trost, wenn ich zur Kirche gehe. Ich gehöre dort hin, weil ich ein Kind Gottes bin, und das werde ich immer sein. Bald ist es sechs Jahre her, seit ich zum letzten Mal Alkohol getrunken oder Drogen genommen habe. Ich habe eine wunderbare Beziehung zu meiner Familie, meiner Kirche und meinem Herrn. Wenn man sich wirklich bemüht, dieses Programm umzusetzen, gelingt es. Holen Sie sich eine Anleitung, beten Sie und machen Sie sich an die Arbeit. Es gibt Hoffnung.