Glücklich sein

Emmas Geschichte


Eine laufende Frau, die sich das Wort „Freude“ auf die Stirn geschrieben hat.

Zu Beginn meines letzten Jahres an der Highschool bekam ich Angstgefühle und Depressionen. Ich wurde ärztlich untersucht und mir wurde mitgeteilt, dass mein Körper kein Serotonin herstelle und dies eine negative Wirkung auf meine Fähigkeit habe, glücklich zu sein.

Man verschrieb mir viele verschiedene Pillen, Tropfen und andere Medikamente. Ich weigerte mich, sie einzunehmen, weil ich davon überzeugt war, dass ich das schon allein in den Griff bekommen würde. Als ich mich mehr mit dem Thema Serotoninproduktion beschäftigte, kam ich zu dem Schluss, dass ich Sport treiben müsse.

Während dieser Zeit schlief ich nicht sehr gut und litt unter unglaublichen Angstzuständen. Um damit fertigzuwerden, schlich ich mich nachts raus und ging laufen, bis die Angstgefühle weggingen. Ich fing an, Mahlzeiten auszulassen, weil ich zu ängstlich wurde, wenn ich stillsaß. Um in Bewegung zu bleiben, lief ich vor, während und nach dem Unterricht, nach der Arbeit sowie mitten in der Nacht. Ich hielt es nicht einmal aus, lange genug sitzenzubleiben, um in den Schriften zu lesen, also hörte ich sie mir beim Laufen auf meinem M3-Player an.

Als ich 18 Jahre alt wurde, aß ich manchmal drei oder vier Tage lang nichts. Ich trank auch kein Wasser, bis meine Nieren wehtaten. Mein Körper schien verlernt zu haben, Nahrung und Flüssigkeiten aufzunehmen.

Ich setzte eine fröhliche Miene auf und dachte, ich könne den anderen vormachen, mir gehe es gut. Abgesehen von meinen normalen täglichen Aktivitäten traf ich mich jedoch nicht mit Freunden. Ich war nur daran interessiert, in Bewegung zu bleiben. Das Laufen war wie eine Droge für mich. Obwohl ich von vielen wunderbaren Menschen umgeben war, fühlte ich mich sehr allein.

An der Highschool hatte ich eine Lehrerin, die mir sagte, ich sei zu dünn. Als ich protestierte, beharrte sie darauf, dass ich zu dünn sei und ekelhaft aussehe. Ich war beleidigt und erzählte einer Freundin, was passiert sei. Zu meiner Überraschung sah sie auf ihre Füße, an die Wand und sonst wohin, nur nicht zu mir, und erwiderte: „Na ja, du bist ja auch superdünn.“ Ich glaubte es nicht und weigerte mich auch lange danach noch, es zu akzeptieren.

Eines Tages beschloss ich jedoch, in einer Gewichtstabelle nachzuschlagen und mich zu wiegen. Als ich die Anzeige auf der Waage sah, war ich schockiert. Da ich 1,55 m groß war, hätte mein gesundes Körpergewicht mindestens 47,6 Kilo betragen sollen. Der Waage zufolge wog ich 37,2 Kilo. Da erkannte ich, dass ich ein Problem hatte.

Der Genesungsprozess war jedoch nicht leicht. Es dauerte einige Jahre, bis ich wieder ein gesundes Gewicht erreichte und glücklich war. Ich beging zwar ein paar Fehler, aber ich musste erkennen, dass es an der Zeit war, mich zu ändern. Um Erfolg bei der Genesung zu haben, nahm ich vollkommen Abstand von allem, was mir vertraut und vielleicht schädlich war. An einem kleinen College am Ende der Welt fand ich eine neue Umgebung. Hier entdeckte ich, wie ich zu Christus kommen und meine Süchte überwinden konnte.

Der Wandel begann, als ich mich vergaß und mich darauf konzentrierte, anderen behilflich zu sein, indem ich ehrenamtlich an einer Grundschule vor Ort aushalf. Außerdem hatte ich eine Institutslehrerin, die mir beibrachte, wie ich Offenbarung erkenne, und mir verständlich machte, dass es möglich war, den Geist wieder bei mir zu haben. Allmählich wurde mir bewusst, dass der Vater im Himmel mich liebt und möchte, dass ich glücklich und gesund bin. Indem ich mein Leben in Ordnung brachte und viel Wert darauf legte, die Grundsätze des Wortes der Weisheit zu befolgen, konnte ich ein starkes Zeugnis entwickeln.

Ich glaube, mein Erlebnis mit Sport- und Magersucht hat mir geholfen, mehr Mitgefühl zu haben, weil ich dadurch andere Abhängige besser verstehe. Jetzt bin ich verheiratet und habe einen wunderbaren kleinen Jungen. Ich habe wieder ein gesundes Gewicht, treibe in Maßen Sport, nehme viel gesunde Nahrung zu mir und bringe meinem Sohn bei, das Gleiche zu tun. Ich liebe dieses Leben.