Gemeinsam schaffen wir es

Kristines Geschichte


Ein Wanderweg, der in die herrlichen Berge führt.

Ich habe über 25 Jahre lang mit Drogensucht gekämpft. Ich fing an, Drogen zu nehmen und Alkohol zu trinken, als ich 13 Jahre alt war. Ich hatte mich für Methamphetamin entschieden. Während meiner Sucht begab ich mich dreimal freiwillig in ein Sanatorium, wo ich je 30 Tage lang behandelt wurde, ging zu Treffen der Anonymen Alkoholiker und suchte Therapeuten auf. Mein Mann kämpfte mit ähnlichen Süchten, und vor einigen Jahren hatten wir den Tiefpunkt unserer Sucht erreicht. Beruflich stand ich aufgrund meines Drogenmissbrauchs vor dem Aus, und wir hatten auch das Gefühl, unsere Ehe sei am Ende.

Als ich meine Arbeitsstelle verlor, beschlossen mein Mann und ich, zu meiner Schwiegermutter zu ziehen. Sie gehörte seit vielen Jahren der Kirche an und arrangierte, dass wir uns mit den Missionaren trafen. Der Trost, den ich durch das Evangelium Jesu Christi und die Lehren der Kirche über die Bedeutung der Familie verspürte, hatte einen großen Einfluss auf mich. Wir erkannten beide, dass wir umkehren und unser Leben ändern mussten.

2008 ließen mein Mann und ich uns am gleichen Tag taufen. Nach unserer Taufe fanden wir beide einen neuen Arbeitsplatz und waren in der Kirche aktiv. Während dieser Zeit hatten wir jedoch das Gefühl, es gebe keine Mitglieder, mit denen wir uns identifizieren konnten und die unseren Kampf mit der Sucht verstanden. Leider erlitten wir einen Rückfall und verloren unsere neuen Arbeitsstellen. Bald danach bat uns meine Schwiegermutter auszuziehen. Wir wussten nicht, wo wir hingehen sollten, und so bot uns ein Freund Büroräumlichkeiten an, wo wir auf einer Matratze auf dem Boden schlafen konnten.

2010 lud uns ein Freund ein, einen Ausflug zum Fluss Colorado zu machen. Es war, als ob der Heilige Geist uns dorthin führte. Wir waren von dem Lärm der Welt abgeschnitten und verbrachten Zeit damit, Millionen von Sternen zu betrachten und zu beten. Unter diesem klaren Wüstenhimmel kniete ich mich hin und bat Gott, uns zu helfen. Der himmlische Vater wusste, dass wir einen Ort brauchten, wo wir nicht abgelenkt werden konnten. Wir hatten das Gefühl, dass wir in diese Gegend ziehen sollten, folgten der Eingebung und fingen schon bald an, die Versammlungen der nächstgelegenen Gemeinde zu besuchen. Während wir mit uns kämpften, erfuhren wir, dass unser Bischof selbst schon mit Alkoholismus gerungen hatte. Er erzählte uns vom Genesungsprogramm für Suchtkranke. Unsere Gebete wurden erhört, und wir wussten, dass wir vom Geist geführt worden waren. Endlich hatten wir einen Ort gefunden, wo wir uns wohlfühlten und das Gefühl hatten, verstanden zu werden.

Seitdem sind mein Mann und ich zwar nochmals umgezogen, aber wir gehen immer noch regelmäßig zu den Treffen der Selbsthilfegruppe. Wir fahren regelmäßig 97 Kilometer zu den Treffen, um weiterhin zu lernen, wie wir anhand der zwölf Schritte die Evangeliumsgrundsätze anwenden können. Die Entfernung ist kein Problem, wenn wir bedenken, wie glücklich wir dadurch beide sind. Was für ein erstaunliches Genesungsprogramm für Suchtkranke, bei dem Christus im Mittelpunkt steht. Es ist nicht immer leicht, die 12 Schritte mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu befolgen, aber indem wir täglich zum Vater im Himmel gebetet und in den Schriften gelesen haben, hat sich unser Leben verändert. Durch das Genesungsprogramm für Suchtkranke haben wir unsere Süchte überwunden und sind jetzt tempelwürdig.

Ich werde den Moment, als mein Mann und ich unser erstes Tempelscheininterview mit unserem Pfahlpräsidenten hatten, nie vergessen. Mein Mann und ich blickten einander an und sagten mit Tränen in den Augen gleichzeitig: „Wir haben es geschafft, Schatz.“ Wir kennen einander bereits seit der Highschool. Wir haben unsere Drogensucht gemeinsam bekämpft und überwunden, haben zusammen aufgehört zu trinken und zu rauchen, haben uns taufen lassen und sind am gleichen Tag in den Tempel gegangen, und dann wurden wir aneinander gesiegelt. Jetzt studieren wir beide.

Vor kurzem ist in unserem Zweig das Genesungsprogramm für Suchtkranke eingerichtet worden, und wir wurden als Leiter eingesetzt. Ich werde immer von ganzem Herzen dankbar sein für das Genesungsprogramm der Kirche für Suchtkranke und dafür, dass es geholfen hat, unser Leben, unsere Seele und unsere Ehe zu retten.